|
|
 |
|
Duisburg Innenhafen - 21.05.2010
|
|
|
|
|
|
Die Salvatorkirche hat Risse
Bei einer routinemäßigen Kontrolle wurden an einem Fialturm der Kirche am Burgplatz Risse im Mauerwerk entdeckt. Nun ist der Kirchturm eingerüstet, und die betreffenden Stellen werden saniert.
Über den Dächern Duisburgs: In rund 60 Metern Höhe durchziehen tiefe Risse die Steine eines spitzen Fialturms der Salvatorkirche. Die Spalten sind so tief, dass schwere Ornamente aus Naturstein bei starkem Wind oder Erschütterungen auf den Platz vor dem Haupteingang zu stürzen drohten.
Das wurde bereits im April während einer Routinekontrolle festgestellt. Schnell wurde die gefährdete Stelle mit Hilfe eines Gerüsts gesichert – die Gefahr für Passanten war gebannt. In der kommenden Woche beginnen die Reparatur- und Restaurationsarbeiten durch den Steinmetzbetrieb Berns.
"Durch natürliche Korrosion platzten die steinernen Verzierungen des Fialturms ab, und es entstanden Risse", erklärte gestern Steinmetz und Restaurator Roland Berns. Im Inneren wird der steinerne Turm von bleiummantelten Eisenstreben zusammengehalten. An einigen Stellen konnte Regenwasser nicht mehr vollständig abfließen, drang in die Bleiummantelung ein und brachte das darunterliegende Eisen zum Rosten. Durch die Veränderungen des Metalls splitterten die Verzierungen ab, was zur Rissbildung führte.
Von den insgesamt zwölf Fialtürmen der Salvatorkirche ist aber nur einer betroffen. "Ein Großteil der Kirche und vor allem die acht kleineren Fialtürme wurden in den 80er Jahren bereits restauriert", erklärt Berns. Dass nach rund 20 Jahren Schäden an einem der vier großen Türme auftreten, sei normal. "Für ein solch großes, spätgotisches Gotteshaus hat die Salvatorkirche eine sehr gute Bausubstanz", urteilt er. Durch die Sanierung mit Originalmaterialien tragen die Steinmetze der Tatsache Rechnung, dass die Salvatorkirche unter Denkmalschutz steht. Rund zwei Wochen werden die Arbeiten an dem Türmchen dauern. In dieser Zeit wird auch der Rest des großen Hauptturms auf Schäden untersucht. Besonders durch den Bau des Gerüstes kommen unerwartete Ausgaben auf die Gemeinde Alt-Duisburg zu. Während Pfarrer Peter Krogull noch mit Gesamtkosten in Höhe von 135 000 Euro rechnete, konnte Roland Berns ihn beruhigen: "Die Sanierung wird deutlich weniger kosten als zuvor angenommen." In den Berechnungen hatten die Steinmetze den schlimmsten Fall durchgespielt. Der wäre gewesen, dass die Schäden so sind, dass der Turm teilweise hätte abgetragen werden müssen.
RP 21.05.2010, Anja Streichan
Fialtürme Die sogenannten Fialen oder Pinakel sind aus Stein gemeißelte, schlanke und spitz auslaufende Türmchen. Sie sind typisch für die gotische Architektur. Die Salvatorkirche wurde Anfang des 14. Jahrhunderts errichtet und ist damit ein spätgotisches Gotteshaus. Erste Erwähnungen einer hölzernen Kirche an derselben Stelle finden sich aber schon in Dokumenten, die aus dem neunten Jahrhundert stammen.
|
|
>> Werben am Innenhafen
|
|
|
|
 |
|
|
|
|